Große Umsetzungslücke trotz gesetzlicher Vorgaben
Die Ergebnisse offenbaren einen deutlichen Widerspruch: Während sich Angestellte heute kompetenter denn je fühlen und die Mehrheit eine persönliche Verantwortung für IT-Sicherheit im eigenen Unternehmen sieht, bleibt die strukturelle und regulatorische Absicherung vielfach unzureichend.
KI verschärft die Bedrohungslage
Gleichzeitig nimmt die Bedrohungslage weiter zu. Zwei Drittel der Unternehmen in NRW erwarten, dass z.B. Gefahren im digitalen Raum wie Cyberangriffe durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz künftig zunehmen. Dennoch schätzt rund die Hälfte der Betriebe das eigene Risiko, von Cyberkriminalität betroffen zu sein, als gering oder sehr gering ein – ein Wert, der in den vergangenen Jahren sogar gestiegen ist.
„Viele Beschäftigte fühlen sich heute sicherer und kompetenter im Umgang mit IT-Sicherheit. Das ist grundsätzlich positiv. Gleichzeitig zeigen die Ergebnisse, dass dieses Sicherheitsgefühl nicht automatisch in ausreichende Schutzmaßnahmen mündet. Gerade für kleine und mittlere Unternehmen gilt: Digitale Selbstverteidigung muss weder kompliziert noch teuer sein – wichtig ist, überhaupt anzufangen“, so Sebastian Barchnicki, Sprecher der Geschäftsführung bei DIGITAL.SICHER.NRW.
Schnelle Reaktion, aber hohe Schäden bei Cyberangriffen
Positiv fällt auf: Kommt es zu einem Sicherheitsvorfall, reagieren Unternehmen in NRW schnell. Im Bundesvergleich gelingt ihnen die Eindämmung von Cyberangriffen am zügigsten – meist innerhalb einer Woche. Die Folgen bleiben dennoch gravierend: Fast drei Viertel der Befragten berichten von spürbaren Auswirkungen wie Betriebsausfällen, Datenverlusten oder finanziellen Schäden.
Kleine und mittlere Unternehmen besonders gefordert
Besonders kleine und mittlere Unternehmen sehen Nachholbedarf. Sie bewerten den Reifegrad ihrer IT-Sicherheit niedriger als Großunternehmen und schätzen ihre Sicherheitskultur schwächer ein. Zudem stuft knapp die Hälfte aller Unternehmen den Fachkräftemangel im Bereich IT-Sicherheit als hoch oder sehr hoch ein.
„Mit der zunehmenden Digitalisierung wächst auch die Verantwortung der Unternehmen, ihre IT zuverlässig zu schützen,“ sagt Andreas Lüning, Vorstand und Mitgründer der G DATA CyberDefense AG. „IT-Sicherheit ist heute aber nicht nur mehr rein technisches Thema. Sie wird dann wirksam, wenn Technologie, klare Verantwortlichkeiten und ein starkes Sicherheitsbewusstsein im gesamten Unternehmen zusammenkommen."
Weitere Studienergebnisse sowie Angaben zur Methodik sind hier verfügbar.



